Inzwischen führen immer mehr Mainstream-Marken ähnliche Produkte ein. Wie sehen Sie das?
„Es ist ein Erfolg, dass die Mission von Yoni auf breite Zustimmung stößt. Konkurrenten verwenden zum Beispiel keine blaue Flüssigkeit mehr in ihrer Werbung, und immer mehr Anbieter bieten Damenbinden mit einer Deckschicht aus Bio-Baumwolle an. Aber Yoni ist immer noch die nachhaltigste Marke. Das ist auch der Grund, warum ihr Preis relativ hoch sind im Vergleich zur Konkurrenz. Basierend auf Verbraucherforschung und Marktdaten kennen wir den psychologischen Preispunkt unserer Produkte. Allerdings wird die Preisgestaltung immer schwieriger, da die Kosten aufgrund des globalen makroökonomischen Kontexts steigen. Im Jahr 2023 versuchten wir, dies nicht an die Verbraucher weiterzugeben und sahen uns mit geringeren Margen konfrontiert. Doch sobald die Konkurrenz die Preise erhöhte, verringerte sich unser preislicher Abstand zum Mainstream und die Verbraucher wechselten wieder zu Yoni. Wenn wir uns die Marktdaten ansehen, sehen wir, dass Yoni eine der am schnellsten wachsenden A-Marken in dieser Kategorie ist. Die Daten zeigen, dass Verbraucher sich entweder für nachhaltige Premium-Optionen oder für Handelsmarken entscheiden. Das Wachstum der A-Marken hat sich daher verlangsamt.“
„Die internationale Preisgestaltung wird für uns eine neue Herausforderung sein, da die Marktdynamik von Land zu Land unterschiedlich ist. Niederländische Einzelhändler bevorzugen beispielsweise durch Werbeaktionen getriebene High-Low-Preise, während deutsche Einzelhändler alltägliche Niedrigpreise bevorzugen.“
Welche Ambitionen haben Sie für Yoni in den kommenden Jahren?
„Nach acht Jahren ist es für Yoni an der Zeit, das Wachstum zu beschleunigen und profitabel zu werden. Internationale Expansion, Online-Wachstum und das Eingehen von B2B-Partnerschaften sind Yonis wichtigste Wachstumssäulen. Mit meiner Erfahrung in Beratung, FMCG und E-Commerce möchte ich Yoni bei diesem Ziel unterstützen.“
„In meinen ersten sechs Monaten habe ich mich auf drei Bereiche konzentriert: Prioritäten setzen, Daten besser nutzen und kommerzieller arbeiten. Bei einem kleinen Team und kleinen Ressourcen sind Konzentration und Entscheidungen umso wichtiger. Wir haben beispielsweise den Beitritt zu Deutschland priorisiert, anstatt Yoni in mehreren Ländern Europas einzuführen.“
„Wir haben auch damit begonnen, mehr Daten zu nutzen, um Bereiche mit Verbesserungspotenzial im Unternehmen zu identifizieren. Zusätzlich haben wir damit angefangen, KPIs konsistent über alle Disziplinen hinweg zu verfolgen und überwachen das Kundenfeedback genauer, was uns hilft, Kategorien für Produktverbesserungen zu identifizieren. Insbesondere die Verfolgung der Performance von Innovationen liefert Erkenntnisse für die zukünftige Produktpipeline. Menstruationsunterwäsche ist beispielsweise eine neue und aufstrebende Kategorie, und wir sehen, dass Verbraucher unterschiedliche Präferenzen bezüglich der Passform und des Stils haben.“
„Schließlich werden wir zu einer kommerzielleren Organisation, weil dies für die Maximierung der sozialen Wirkung von entscheidender Bedeutung ist. Insight-Driven Selling hilft uns zum Beispiel dabei, neue Kunden auf allen Kanälen zu gewinnen. Im traditionellen Einzelhandel nutzen wir Marktdaten, um den Einzelhändlern nicht nur unser Wachstum zu demonstrieren, sondern auch, wie sich die Kategorie entwickelt und welche Rolle wir beim Wachstum der Kategorie spielen. Wir teilen mit Unternehmen und Schulen Erkenntnisse darüber, wie wichtig es für Vielfalt und Inklusion ist, Schülern und Mitarbeitern kostenlose Menstruationsprodukte wie Toilettenpapier und Seife zur Verfügung zu stellen.“